Der Plan

Grundüberlegung

Finanziell frei sein, nicht mehr von einem Job abhängig sein, das ist der Traum von vielen; und auch von mir! Ich möchte nicht bis zum 67. Lebensjahr von einem Angestelltenverhältnis abhängig sein. Deswegen habe ich vor Jahren den Entschluss gefasst, weitere Einkommensströme aufzubauen, um in absehbarer Zeit selbst bestimmen zu können, ob ich und wie viel ich arbeiten möchte. Also die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Mein Ziel muss daher sein, mit meinen jetzigen finanziellen Mitteln alles machbare zu tun, um weitere Einnahmen so aufzubauen, damit mir ein finanziell unabhängiges Leben gelingt. Immobilien zu vermieten ist für mich an dieser Stelle keine Option. Ich möchte mich nicht mit Dingen beschäftigen wie den Erhaltungsaufwand, Zahlungsverzüge, Mieterwechsel, usw. Daher habe ich mich darauf konzentriert, ein Einkommen aufzubauen, welches möglichst selbstständig und ohne betteln zu müssen automatisch wächst. Dies ist bei Dividendenaktien der Fall. Daher habe ich mir einen Plan gemacht, der aus heutiger Sicht realistisch und machbar erscheint.

Mein Ziel

Mit 55 Jahren, also in 17 Jahren, möchte ich ein monatliches Bruttoeinkommen von 4.000,00 EUR erreichen, ohne dabei mein Kapital aufzubrauchen. Abzüglich Krankenkasse und Steuern sollten dann ca. 2.500 EUR zum Leben übrig bleiben. Nachdem zu diesem Zeitpunkt unsere Kinder alle volljährig sind, die private Immobilie abbezahlt und eine Ansparung für die Rente nicht mehr notwendig sein sollten, kann ich mit diesem Betrag gut leben. Unberücksichtigt dabei ist die Inflationsrate. Dieser möchte ich durch Erhöhung der Sparrate entgegenwirken, da mein Einkommen i.d.R. auch in der Größenordnung der Inflation wächst und somit auch relativ gesehen mehr zum Sparen übrig bleibt. 

Der Kern aller Überlegungen sollen die beiden folgenden Grafiken verdeutlichen:

Quelle: seekingalpha.com / YOC Procter&Gamble über 30 Jahre

 

Die Linie zeigt die Dividendenrendite auf das ursprünglich eingesetzte Kapital der Aktie Procter&Gamble. Hier muss die Linie von rechts nach links verfolgt werden. Hätte man also PG vor 30 Jahren gekauft, läge die Dividendenrendite bezogen auf den Aktienkurs von 1989 aktuell bei ca. 35%. Das ergibt sich aus den laufenden Dividendensteigerungen der Gesellschaft.
Schauen wir einmal im Detail: Im Jahr 1990 zahlte das Unternehmen eine Jahresdividende von 0,23$ je Aktie. Der Aktienkurs lag am 01.06.1990 bei rund 10$ (splitbereinigt). Somit lag die Dividendenrendite bei 2,3%

Wer dann die Aktie bis heute gehalten hat, bekommt heute eine Jahresdividende von rund 3$. Ergebnis: Dividendenrendite auf das Ursprungsinvestment (Yield on Cost YoC) liegt nun bei 30%. Die genannten Werte kommen durch die kontinuierliche Dividendensteigerungen der Gesellschaft zustande.

Genau das ist der Effekt, auf den ich meine Depotstrategie aufbaue.

Um die Wirkung auf mein Depot für die nächsten 17 Jahre darzustellen, habe ich meine Werte verdichtet. Am 01.08.2019 lag meine persönliche Dividendenrendite des Portfolios bei 5,25%. Die Steigerung der Dividenden ein Jahr zurück lag bei (mageren) 6,29%. Diese Daten in den ewigen Rentenrechner eingegeben, den damaligen Depotwert von 60.000 EUR erfasst und die Sparrate eingegeben ergibt eine Bruttodividende von ca. 57.000 EUR pro Jahr! Die Dividenden werden dabei stets reinvestiert. Zur Berechnung der Werte habe den „DCA Model Calculator“ von David Fish zu Hilfe genommen. Persönlich habe ich noch eine etwas feinere Tabelle, die auch Marktschwankungen berücksichtigt. 

Ewiger Dividenden - Rentenrechner
Dividendeneinkommen Rechner mit meinen eigenen Vorgaben / Quelle: www.dripinvesting.org
 
Mein Ziel sollte also erreichbar sein. Ich freue mich schon drauf! 😉

Umsetzung in die Praxis

Nachdem ich nun weiß, wo mein Ziel auf der Landkarte liegt, kann das Vorhaben in die Praxis umgesetzt werden. Ich brauche möglichst viel Kapital, um „Einkommen“ kaufen zu können.

Damit ich das erreichen kann, habe ich 3 Geldquellen die mein Depot speisen:

1. Grundstock

Aus etlichen Ansparungen habe ich zunächst 5.000,00€ auf das Depotkonto eingezahlt.  Danach habe ich meine bestehende Versicherungen auf deren Rendite hin überprüft. Zwei davon konnten über 16 Jahre lediglich eine Rendite von ca. 1% aufweisen. Das was mir zu wenig und deshalb musste der Betrag raus aus dem Vertrag und rein in mein Depot. Dies waren dann weitere 13.000,00€. Zuletzt habe ich dann aus dem An- und Verkauf meines PKWs einen Betrag von 2.000,00€ übrig gehabt, den ich dann auch eingezahlt habe. Insgesamt also 20.000,00€ als Einmaleinzahlung. Dies ist war mein Grundstock. Wenn weitere Gelder frei werden, die ich kurzfristig nicht brauche, werde ich diese auch in Zukunft dem Aktiendepot zuführen.

2. Monatliche Sparrate

Den weiteren Zufluss ins Depot bildet meine monatliche Sparrate. Angefangen habe ich mit 1.000,00€. Diese erhöhe ich jedes Jahr. Mein Plan dazu sieht so aus:

JahrDividende p.M.Dividende p.a.Sparrate p.M.
2019292€3.500€1.200€
2020417€5.000€1.250€
2021542€6.500€1.300€
2022684€8.200€1.350€
2023858€10.300€1.400€
20241042€12.500€1.450€
20251275€15.300€1.500€
20261517€18.200€1.550€
20271783€21.400€1.600€
20282083€25.000€1.650€
20292408€28.900€1.700€
20302767€33.200€1.750€
20313158€37.900€1.800€
20323591€43.100€1.850€
20334075€48.900€1.900€
20344592€55.100€1.950€
20355167€62.000€2.000€

Die Sparrate habe ich dann einmalig um 200,00€ erhöht. Dies gelang mir durch das Weglassen sinnloser Ausgaben. Im Wesentlichen war dies der Wechsel meines PKWs.  
Lange Zeit fuhr ich vor allem aus Prestigegründen einen BMW 530d. Ein tolles Auto, keine Frage. Irgendwann kam ich aber in meinem Kopf nicht mehr damit klar, dass ich soviel Kosten „den Bach runter gehen lasse“, für einen Gegenstand, der mir am Tag 40 Minuten nützlich ist. Mein Arbeitsweg sind 20 KM. Das bedeutet am Morgen fahre ich mit dem Auto dort hin. Dann steht der Wagen 9 Stunden auf dem Parkplatz. Danach wieder 20 KM nach Hause. Dort dann wieder für den Rest des Tages abgestellt.  

Nun, was brauche ich um in die Arbeit zu kommen? Einen geschlossenen PKW mit Klimaanlage und Sitzheizung. Muss das ein 5er BMW sein? Meine klare Antwort darauf ist NEIN.

Daher habe ich mir dann einen gebrauchten VW UP mit Erdgas-Antrieb gekauft. Die Kostenvorteile sind gewaltig (siehe Gegenüberstellung). Bin ich nun traurig? Ganz im Gegenteil. Mir macht es nun wesentlich mehr Spaß Auto zu fahren! 

Die rund 250 EUR Ersparnis klingen zunächst nicht viel. Auf 17 Jahre mit 8,5% gerechnet sprechen wir aber dann von 110.000,00 EUR; oder eine mtl. Dividende von ca. 450 EUR! Das war es mir Wert.
Untenstehend konkret der Kostenvergleich:

Kostenart pro JahrBMW 530dVW Eco UP!Differenz
Versicherung500,00 EUR300,00 EUR200,00 EUR
Steuer470,00 EUR20,00 EUR450,00 EUR
Abschreibung1000,00 EUR600,00 EUR400,00 EUR
Wartung/Ersatzteile1150,00 EUR250,00 EUR900,00 EUR
Spritkosten2000,00 EUR800 EUR1200,00 EUR
Summe/Jahr4120,00 EUR1970,00 EUR2950,00 EUR
Summe/Monat426,67 EUR164,17 EUR262,50 EUR

3. Einkommen durch den Einnahme von Optionsprämien (Stillhaltergeschäfte)

Diese Einkommensquelle stellt das Herzstück meiner Strategie dar. Durch Stillhaltergeschäfte habe ich die Möglichkeit weit mehr Einkommen zu erzielen, als es mir mit meiner Sparrate oder durch Dividenden zu erzielen. Im Jahr 2019 lag die Einnahme durch Optionsprämien bei weit über 15.000 EUR. Durch meinen steigenden Depotwert erhöht sich dieser Zufluss spürbar.

Zum Wesen des Optionsgeschäftes:

Jeder kennt Versicherungen und hat auch schonmal Beiträge an ein solches Unternehmen bezahlt. Meist in der Hoffnung, dass es nicht zum Versicherungsfall kommt. Man hatte ein gutes Gefühl und die Versicherungsgesellschaft ihre „Risikoprämie“. In Summe kann man sich vorstellen bzw. ist bekannt, dass dieses Geschäft für die Gesellschaft gute Ergebnisse bringt. Und das ist auch in Ordnung. 
Nun kann ich als Privatperson auch ein Versicherer sein. Durch den Verkauf von Optionen. Ich verkaufe also eine Versicherung an den Käufer der Option und verspreche ihm, das Underlying (Aktie, Rohstoff, …) spätestens bis zum Optionslaufzeitende zu einen heute vereinbarten Preis (Strike) abzukaufen bzw. zu liefern.
Da ich nun das Risiko trage, bekomme ich dafür von ihm einen Geldbetrag (Optionsprämie) bezahlt. Diesen kann ich auf alle Fälle behalten. Wie ich mit dem Risiko umgehe beschreibe ich auf meiner Strategienseite genauer. 

Ich möchte mit meiner Strategie pro Monat zwischen 0,5% – 2% meines Depotwertes an Einnahmen erzielen. Dies wird mir nicht immer gelingen. Ich mache mein Einkommensziel nicht von den Prozentwerten abhängig, sondern von den Möglichkeiten die sich am Markt bieten. Die Ergebnisse notiere ich mir hier tagesaktuell.
Diesen Zufluss habe ich in meine Planungsrechnung (noch) nicht berücksichtigt, da sich dieser nicht so klar kalkulieren lässt wie die Sparrate aus meinem Angestelltenverhältnis.

Überprüfung der Zielerreichung

Nun ist es auch wichtig meinen Plan zu überprüfen, damit ich weiß, ob ich mein Ziel erreichen werde oder nicht. Je nach Ergebnis, muss ich meinen Plan entsprechend anpassen. Zumindest werde ich das versuchen, wenn ich merke, dass ich von meinem Weg abkomme.

Auf meiner Seite zum Depot habe ich daher alle Daten zur Dividende zusammengetragen. Hier kann nachvollzogen werden, welche Dividenden über die Monate bzw. Quartale der letzten Jahre, seit Beginn im Jahr 2017 realisiert wurden. Darüberhinaus stelle ich auf dieser Seite eventuelle Abweichungen dar. 

Im Blog befasse ich mich mit der vergangenen Woche. Hierbei geht es im Wesentlichen um die Ergebnisse aus dem Optionshandel. Im Dividendendepot bewegt sich erfahrungsgemäß relativ wenig. Sollte es zu Käufen oder Verkäufen kommen, nehme ich das ebenfalls in meinem Bericht auf. Monatlich stelle ich die gesamten Einnahmen aus Optionen und Dividenden dar. Dabei beschäftige ich mich auch mit der Frage, welche Anpassungen notwendig sind. 

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